Lebensphasen des Hundes

Lebensphasen des Hundes


Diese Angaben können sich je nach Charakter und Rasse ihres Hundes zeitlich verschieben und unterschiedlich stark ausgeprägt sein.


Der Welpe

Welpen sind oft wie Babys oder Kleinkinder. Sie versuchen durch verschiedene Dinge auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen.
Sie winseln, stupsen, werden ruhig etc.
Die Bezugspersonen sollten lernen ihren Hund und dessen Signale einschätzen zu können. Wenn Sie sie die Signale ihres Welpen gut deuten können und schnell richtig reagieren, dann wird ihr Welpe eine gute Vertrauensbasis zu ihnen aufbauen.
Als Hundeneuling sollte man sich die täglich anfallenden Aufgaben und Bedürfnissen bewusst machen, ein Zettel auf dem nochmal alles aufgeführt ist kann helfen. Dies kann auch bei der Sozialisation helfen, dazu an andere Stelle mehr.


Woche eins:

In der ersten Woche brauchen die Welpen Ruhe und Geborgenheit. Aktivitäten die mit Hektik und starker Lautstärke verbunden sind, sollten vermieden werden.


Woche zwei:

Die Welpen verdoppeln ihr Geburtsgewicht. Die Muskulatur der Hinterbeine nimmt zu und man kann erste Gehversuche erkennen. Wenn der Welpe sich selbstständig fortbewegen kann entsteht sein Sauberkeitssinn.
Die Welpen verbringen ihren Tag mit saugen, schlafen, verdauen und wachsen, sie werden jetzt zum ersten Mal entwurmt.
Ca. ab dem 10 Tag kann man Veränderungen an den Ohröffnungen und den Augenlidern erkennen, nun werden sie bald Augen und Ohren komplett öffnen.
Die Welpen geben zu fast allen Aktionen verschiedene Lautäußerungen.


Wochen 3 und 4:

In der dritten Woche wird es sehr aktiv in der Wurfkiste. Die Augen und Ohren sind geöffnet und die ersten Zähne brechen durch.
Die Alltagsgeräusche werden wieder normalisiert um die Welpen daran zu gewöhnen.
Die Welpen können jetzt relativ gut stehen. Alle Bewegungen sind noch sehr kopflastig, da der Kopf im Vergleich zum Körper.
Der Aktionsradius der Welpen kann vergrößert werden, erstes Spielzeug kommt zum Einsatz. Die Beißhemmung wird entwickelt. Die Welpen möchte immer mehr von ihrer Umwelt erfahren und erkunden.


Woche 5:

Das Welpengehege im Garten kann nun regelmäßig genutzt werden. Dort können die Welpen Erfahrungen mit verschiedenen Untergründen etc. machen. Die Welpen probieren verschiedenes Spielzeug aus und entdecken immer mehr von ihrer Welt.
Wenn die neuen Besitzer die Welpen besuchen, sollten sie darauf achten wie sie die Welpen hochnehmen. Immer mit beiden Händen, eine Hand unter den Po und die andere zwischen die Vorderbeine. Nehmen sie die Welpen nie an den Vorderbeinen hoch, die Schultern und Ellenbogen können das Gewicht des Körpers nicht tragen, es kann zu Schäden kommen.


Wochen 6 bis 8:

Die Körperkraft der Welpen nimmt stark zu. An das normale Futter haben sie sich gewöhnt. Die Milch der Hündin wird weniger oder fällt schon komplett weg.
Den Welpen sollte ein großes Angebot an Spielsachen und Objekten zur Verfügung stehen um ihren Entdecker und Bewegungsdrang zu entsprechen.
Ab Vollendung der 8.Wochen dürfen die Welpen laut Tierschutzgesetzt zu ihren neuen Besitzern ziehen. Dies wird von Züchtern unterschiedlich gehandhabt. Wir haben uns dazu entschlossen die Welpen erst mit 10.Wochen bis 12 Wochen abzugeben, so haben sie noch zwei Wochen in denen sie sich mit ihren Geschwistern entwickeln können. Sie sind in der festen Nahrung sicher und machen noch wichtige Erfahrungen mit ihren Geschwistern.


Wochen 8 bis 12:

Es dreht sich immer noch alles um die 4 Grundbedürfnisse des Welpen: Schlafen, Essen, Spielen, Verdauen. Der Welpe sollte 3-4-mal täglich gefüttert werden, wenn die Möglichkeit besteht, kann man dem Welpen auch dauerhaft Futter anbieten. Nach dem der Welpe Futter zu sich genommen hat, kurz raus um sich zu lösen. Er sollte immer schlafen dürfen, wenn er möchte, der Welpe muss viele neue Eindrücke verarbeiten.
Man sollte sich nicht über die wilden 5 Minuten eines Welpen wundern, diese treten mehrfach am Tag auf, manchmal direkt nach dem Schlaf.
Es gibt einfache Übungen die man mit dem Welpen schon machen kann, wie Namen lernen, Halsband und Leinen Gewöhnung.
Welpen zwischen 8 Wochen und 5 Monaten können ängstlich oder schreckhaft sein. Folgendes sollten sie beachten, dass sich diese Ängste nicht festigen:
• Dem Hund nicht hinterher rennen
• Den Hund langsam mit neuem vertraut machen
• Beugen Sie sich nicht zu ihrem Hund um ihn zu trösten. Er wird denken, dass sie auch verunsichert sind und fühlt sich in seiner Angst bestärkt. Gehen sich auf den angstauslösenden Gegenstand zu, untersuchen sie ihn, ignorieren Sie ihren Hund bis er ihnen folgt.
• Inszenieren Sie hin und wieder Situationen die Angst auslösen. Bitten Sie Freunde und Nachbarn um Hilfe z.B. sie bereiten einen Leckerchenpfad vor, an dem fährt der Nachbar mit dem Fahrrad vorbei, wenn der Welpe mit den Leckerchen beschäftigt ist.
 Der Welpe sollte in dieser Zeit viele neue Erfahrungen machen, sein Gehirn wird jeden Tag mit neuen Informationen gefüttert. Erwarten Sie in dieser Zeit noch nicht, dass er viele Kommandos lernt.


Wochen 12 bis 16:

Der Welpe wird frecher, mutiger und nicht mehr so leicht zu beeindrucken. Am liebsten wäre es dem Welpen, wenn sich alles um ihn dreht. Das Sie der Chef im Haus sind interessiert ihn nicht immer. Ihr Welpe wird versuchen Sie zu erziehen, an folgenden Anzeichen können Sie es erkennen:
 Mit bellen, winseln, stupsen und springen fordert er Aufmerksamkeit. Bekommt er diese immer?
 Verwandeln sich die Spaziergänge eher in ein Tauziehen, Leinen beiße und zerren?
 Beißt ihr Welpe in ihre Hose und versucht die aus dem Weg zu räumen?
 Bettelt er bei Essen oder fordert er sein Essen lautstark ein?
Mit zwölf Wochen ist das Gehirn des Welpen vollständig entwickelt. Nun ist der richtige Zeitpunkt mit der Erziehung zu beginnen. Der Welpe kann sich jetzt Übungen merken und diese verknüpfen. Sie sollten bedenken, dass der Welpe in diesem Alter in jedem Fall etwas lernt. Wenn Sie ihm nichts beibringen, wird er sich selbst etwas beibringen. Der Welpe lernt wie er ihre Aufmerksamkeit für sich gewinnen kann. Führen Sie sich folgende Punkte genau vor Augen:
 Aufmerksamkeit – für den Welpen ist jede Aufmerksamkeit egal ob Negativ oder Positiv.
 Augenkontakt – Wer beobachtet wen? Wenn Sie ihren Welpen mehr beobachten als er Sie, so wird er denken, dass Sie auf Anweisung von ihm warten.
 Menschenhaus oder Hundehaus? – Es sollten jetzt klare Regeln festgelegt werden. Wenn der Hund überall hin darf, alles entscheiden kann und über alle Ressourcen verfügt ist es sein Haus.


Wochen 16 bis 24:
Dieses Alter wird auch gerne als erste Rüpelphase bezeichnet. Der kleine süße Welpe wird zu einem kleinen Rabauken.
Folgende Signale zeigen ihnen, dass es bald soweit ist:
 Spaziergänge gestalten sich als Machtkämpfe, wer geht mit wem wohin.
 Er ignoriert ihr rufen oder rennt noch weiter weg.
 Der Welpe fordert dauerhaft ihre Aufmerksamkeit, zu jeder Tageszeit.
In dieser Phase sollten Sie die Übungseinheiten kurz halten, wiederholen sie eine Übung öfter bevor Sie diese in den Alltag übertragen.


Monate 6 – 9:
Die Hormone werden langsam aktiv. Der Junghund trägt innere Kämpfe aus, ob er sich unterwirft oder andere unterwirft, ob er streit anfängt oder ihm aus dem Weg geht, ob er mutig ist oder Angst hat und vieles mehr. In diesem Alter werden auch die Zähne gewechselt, dies ist für manche Welpen einfach anderen bereitet es Probleme. Bei Wolfshunden tritt der Zahnwechsel oft früher ein.
Der Junghund zeigt sich von sehr gehorsam bis zu ignorant. Er kennt viele Kommandos, nimmt sie aber nicht immer an und probiert nochmal Sachen aus, wie an der Leine ziehen.


Monate 9 – 12:
Der Junghund wird wieder ruhiger und hört besser. Er wird noch zwischendurch versuchen die Rudelführung zu übernehmen, so können kleine Ungehorsamkeiten auftreten. Er versucht sie z.B. umzurennen oder dreht sich bei einem Kommando weg. Der Hund hat ein sehr feines Gespür ob sein Besitzer nachgiebig ist und wird versuchen die Rudelführung zu übernehmen. Er wird dies durch verschiedene Taktiken versuchen. Bleiben sie Konsequent und klar für ihren Hund, dann werden sie zu einem tollen Team zusammen wachsen.
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